Auf den Spuren der Habsburger

Wie eine frühere «Insel der Wildnis» zum Eldorado für Tüftler wurde

Der Zugang zum Kloster in St. Blasien
Der Zugang zum Kloster in St. Blasien
© Tourismus Südlicher Schwarzwald

Die Römer bezeichneten ihn einst als «Insel der Wildnis»: Der Schwarzwald wirkte auf sie so urig, dass ihrer Überzeugung nach «nur der dort Geborene sich entschliessen könnte, darin zu leben», wie ein Chronist es einmal beschrieb. Im Südschwarzwald brachte das Hause Habsburg vom 13. Jahrhundert an weite Teile dieser urwüchsigen Gegenden unter seine Kontrolle. Auch wenn die Wildheit der Landschaft inzwischen ein wenig gebändigt ist: Eine Fahrt durch den Schwarzwald kann noch heute zum Erlebnis werden. Besonders dann, wenn nicht nur die historischen «Highlights» auf dem Programm stehen, sondern auch wenig bekannte Details und vergessene Geschichten über den Wald und seine Bewohner.
Über ehemals vorderösterreichisches Territorium führen wir Sie in die Ravennaschlucht, zum Dom von St. Blasien, in die Wutachschlucht und zur Klosterkirche St. Peter. Wir zeigen, warum die frühere Bauweise der Schwarzwaldhöfe auch die Architekten von heute noch fasziniert und erzählen von den harten Lebensbedingungen, die die Schwarzwälder zu Handwerkern und kreativen Tüftlern werden ließen. Der erste Abschnitt der Tour folgt im wesentlichen der Straße, die Marie Antoinette im Jahre 1770 auf ihrem Brautzug von Wien nach Paris befuhr. Beim Gasthof «Sternen» im Höllental erfahren Sie Einzelheiten über die Reise dieser berühmten «Touristin» – und Merkwürdiges aus der Verkehrsgeschichte dieses alten Weges, der Freiburg mit dem Schwarzwald und dem Bodensee verband. Jahrhundertelang übten hier die Steigenfuhrleute ihr abenteuerliches Gewerbe aus. In Sankt Blasien werden die drittgrößte Kuppelkirche Europas und die wechselvolle Geschichte des Benediktinerklosters St. Blasien im Mittelpunkt stehen. Über die Wutachschlucht und Sankt Märgen erreichen Sie auf einer Panoramastraße Sankt Peter, dessen Klosteranlage ein Barockjuwel des Schwarzwaldes ist.

Die Reiseroute
Die Reiseroute
© GeoGrafik, Axel Bengsch

Das Höllental

Steil und felsig begegnet uns das Höllental
Steil und felsig begegnet uns das Höllental.
© J. Scheck VISTATour

«Wie nah die Hölle grenzt ans Himmelreich, im Dreisamthale kannst du leicht es schauen, ein Felsentor versetzt dich zaubergleich, vom Paradies in wilder Schluchten Grauen»: Zwar dürfte sich das Grauen vor einem Transit durchs Höllental heutzutage bei den meisten Reisenden in Grenzen halten. Dennoch beeindrucken noch heute die landschaftlichen Kontraste der genannten Örtlichkeiten. Der erste Abschnitt der Fahrt zwischen Freiburg im Breisgau durch das Höllental nach Hinterzarten führt durch das Territorium der Herren von Sickingen, die im Jahre 1568 die «Herrschaft auf dem Wald» übernommen hatten. Ihr Wirken ist ein Beispiel dafür, dass die Breisgauer nicht nur Österreicher waren, sondern als Untertanen zahlreicher Kleinherrschaften einen gewissen Sonderstatus mit weitgehender Unabhängigkeit besaßen – ein Zustand, den Eberhard Gothein einmal als «behagliche Anarchie» bezeichnete. Noch heute finden sich entlang der Hauptstrasse in zahlreichen wenig beachteten Kapellen oder Kleindenkmalen Zeichen der Herrschaft derer von Sickingen.

Das alte Steigenwirtshaus „zum Sternen“ im Höllental

Das Steigenwirtshaus «zum Sternen»
Das Steigenwirtshaus «zum Sternen»
© J. Scheck VISTATour

Beim Gasthof "Sternen" kann man sich mit etwas Phantasie die abenteuerliche Arbeit der Steigenfuhrleute vorstellen, die den Vorspann organisierten. Dort steht auch die älteste Kirche des Hochschwarzwaldes, St. Oswald, die als seltene Besonderheit ein Beinhaus besitzt. Ein Abstecher zu Fuß in die Ravennaschlucht vermittelt einen Eindruck von der einstigen "Wildheit“ des Schwarzwaldes.
Wer früher mit dem Fuhrwerk von Freiburg kommend zum Bodensee wollte, musste beim “Sternen” eine Zwangspause einlegen: Der Gasthof war eines der für bergige Regionen typischen Steigenwirtshäuser, die an Anfang und Ende steiler Streckenabschnitte standen. Sie sorgten für die Infrastruktur zur Bewältigung der Steilstrecken und hielten Vorspannpferde bereit, die in großen Stallungen untergebracht waren und vom Reisenden samt Begleitpersonal gemietet werden konnten. Unter den Steigenfuhrleuten ging es, der Härte dieser Tätigkeit entsprechend, oft recht derb zu. Eine volkstümliche Darstellung an der Wand des neuen „Sternen“ erinnert an die berühmte Durchfahrt der Marie Antoinette, die damals noch mit der "Alten Steige" Vorlieb nehmen musste. Die Trassierung dieses Weges ist noch heute im Gelände erkennbar.

Falkensteig am Eingang des Höllentals

Falkensteig am Eingang des Höllentals
Falkensteig am Eingang des Höllentals
© J. Scheck VISTATour

Falkensteig am Eingang des Höllentals im Jahre 1906 Der Bau der Höllentalbahn zwischen 1884 und 1887 war ein wichtiger Schritt zur Erschließung der Region. Der Weiler Falkensteig hatte sich zu einer kleinen Gewerbesiedlung entwickelt. Auf der Bundesstrasse 31 wälzt sich heute der Fernverkehr; damals konnte man noch auf der Strasse promenieren.

St. Blasien

Eine Spezialität: Die Glasherstellung und Verarbeitung
Eine Spezialität: Die Glasherstellung und Verarbeitung
© J. Scheck VISTATour

Die Mönche des Klosters St. Blasien gehörten zu den Pionieren der Erschließung des Schwarzwaldes. Bereits im Jahre 850 kamen fromme Einsiedler hierher in den damals nahezu undurchdringlichen Urwald und nahmen die Benediktinerregel an. Früh erwarb sich das Kloster den Einfluss und die Macht eines großen Herrschaftsbereiches. Die Unterstellung unter das Haus Habsburg im Jahre 1370 führte zum offenen Widerstand der “Waldleute”. Die 1783 eingeweihte. unter Fürstabt Martin Gerber von Michel dIxnard erbaute Kuppelkirche gehört zu den größten Europas und ist ein interessantes Beispiel für den Übergang vom Barock zum Frühklassizismus. Was heute kaum mehr vorstellbar ist: Nach der Aufhebung des Klosters dienten die einst geweihten Gebäude zeitweise als Waffenfabrik und Spinnerei und wurden zu einem äußerst bemerkenswerten Phänomen der Frühindustrialisierung. 1821 beschäftigte der Betrieb bereits 800 (!) Arbeiter; 1827 erlangte er den Status einer eigenen Gemeinde.

Die Köhlerei

Der Köhler an der Arbeit
Der Köhler an der Arbeit
© J. Scheck VISTATour

Nicht selten wurde für Klosterleute wie Bauern das Leben im Schwarzwald zum Überlebenskampf: Lange Winter und geringe Bodenerträge zwangen die Siedler. sich mit Handwerk und Gewerbe ein zweites Standbein für den Lebensunterhalt zu schaffen. Zu den typischen und weit verbreiteten „Waldgewerben“ gehörten die Glasherstellung und die Köhlerei.

Die Wutachschlucht

Fast wie der Urwald
Fast wie der Urwald.
© J. Scheck VISTATour

Ein interessantes geologisches Naturphänomen ist die Wutachschlucht. Bei einem kurzen Spaziergang erfahren Sie Details zur heutigen Situation des Waldes und lernen geographische Besonderheiten des Schwarzwaldes kennen.
Die Vegetation der Wutachschlucht vermittelt eine schwache Ahnung vom früheren Charakter des Schwarzwaldes als Urwald

Sankt Peter

Die Bierwirtschaft von 1855
Die Bierwirtschaft von 1855
© J. Scheck VISTATour

Das einstige Hauskloster der Zähringer. unterstellte sich im Jahre 1528 „österreichischer Huld“. Die 1724-1727 neuerbaute Klosterkirche ist ein bemerkenswertes Frühwerk von Peter Thumb. Eine Besonderheit ist der Zyklus weltlicher Stifterfiguren, der das Innere der Kirche zum „Fürstensaal“ werden lässt. Zu den „Schmankerln“ einer Schwarzwaldfahrt gehört eine Führung durch die Bibliothek (optional). Abschließend genießen Sie vom Lindenberg aus einen Panoramablick ins Dreisamtal.
Die 1855 gegründete „Bierwirtschaft“ im Klosterhof St. Peter, vielleicht hat sie den hier weilenden Bewohnern des Priesterseminar ein wenig über die damalige Abgeschiedenheit des Ortes hinweggeholfen.

Unsere Leistungen:

kompetente Reiseleitung durch einen besonders geschulten VISTAtour-Referenten Reisebeginn ab Freiburg i.Br.

Fakultativ / Preis auf Anfrage:

Bereitstellung eines modernen Reisebusses
Eintritt in die Klosterbibliothek St.Peter
Reisebeginn an einem anderen Ausgangspunkt als Freiburg i.Br. ggf. Individuelle An- und Rückreise

Visites guidées par VISAtour et excursions en Forêt-Noire

Brombergstr. 41
D-79102 Freiburg im Breisgau
0049 - 0049 - 701943
0049 - 0049 - 701943
vistatour@web.de
http://www.vistatour.de

Termine:

Sie können als geschlossene Gruppe Ihren Reisetermin selbst bestimmen.

Service

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Das Begleitbuch zur Aus-
stellung "Die Habsburger
zwischen Rhein und Donau"
können Sie bestellen:

 

Für die Schweiz:
Frau Margrit Weber
Neudörfli 1
5600 Lenzburg

 

Für den EU-Raum:
Museum für Stadtgeschichte
Münsterplatz 30
DE-79098 Freiburg

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    Titelblatt des Jahrbuchs des Landkreises Waldshut 2009