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Markt- und Bürgerschaftskirche St. Stephan

Markt- und Bürgerschaftskirche St. Stephan

Blick zur barocken Orgel in der Westempore
Blick zur barocken Orgel in der Westempore.
© Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg

Die älteste Pfarrkirche Konstanz ist die dem Heiligen Stefan geweihte Kirche in der mittleren Altstadt. Sie wird schon 613 schriftlich erwähnt. Der Kirchenbau, wie wir ihn heute vor uns sehen, ist jedoch spätgotisch und stammt aus der Zeit zwischen 1428-86. Später wurde der Chor innen barock umgestaltet; das Langhaus mit der flachen Holzdecke wurde zu Beginn des 20. Jh.s im historisierenden Stil ausgemalt. Von der Ausstattung sind bemerkenswert: die schwungvolle Barockorgel, das reich mit Fabeltieren verzierte Chorgestühl (um 1300 und 1430), die kunstvoll geschnitzte Kanzel aus Holz und die drei Passionsreliefs, die vom Konstanzer Bildhauer Hans Morinck stammen. Trotz den neuen Stilelementen strahlt die Kirche einen zauberhaften Reiz aus. Der Besuch dieser Kirche sollte bei einem Rundgang durch die Altstadt nicht ausgelassen werden. Sehenswert ist hier für einmal auch die Umgebung der Kirche mit seinen alten Häusern, wobei das Haus «Zur vorderen Katz» einst als Wehrturm der Stadtmauer errichtet worden war, wie der Name ja andeutet: das mittelhochdeutsche Wort für Kanonen war nämlich «Katzen». Erwähnt sei an dieser Stelle, dass der heutige Stephansplatz bis 1785 der Kirchenfriedhof war, wo unter anderem der Bildhauer Morinck, aber auch der Vorarlberger Barockbaumeister Peter Thumb begraben wurden.

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