Seitentitel:
Details

Historie

Das breite Schussenbecken um Ravensburg und Weingarten war schon im Altertum besiedelt. Spuren steinzeitlichen Ackerbaues und Grabbeigaben weisen auf eine hochstehende und kontinuierliche Besiedlung hin. Aus römischer Zeit stammen dann die Einzelhöfe (Villen). Durch Ravensburg führte auch eine römische Strasse (Donau-Bodensee-Route). Handelswege sollten auch im Mittelalter für Ravensburg segensreich sein und Aufstieg und Blüte der Stadt befördern. Bereits unter den Welfen, aber insbesondere unter staufischer Herrschaft im Hochmittelalter entwickelte sich Ravensburg zu einer zünftischen Handelsstadt mit überregionaler Bedeutung.
1276 erlangte Ravensburg den Rang einer reichsunmittelbaren Stadt, das heisst, sie war dem Kaiser direkt unterstellt. Dies bedeutete für Ravensburg das Recht, eine eigenen Gerichtsbarkeit und Verwaltung zu führen, aber auch von vorteilhaften Münz-, Markt- und Zollrechten Gebrauch zu machen. Die folgenden 250 Jahre gerieten so zur Blütezeit der Stadt; für die rasch anwachsende Bevölkerung musste die Stadt daher mehrere Male erweitert werden.
Am Aufschwung massgeblich beteiligt waren einerseits die Kaufleute, die Ravensburg zu einer der führenden Fernhandelsstädte im Bodenseeraum werden liessen. Als «Exportschlager» erwies sich dabei die oberschwäbische Leinwand, die bis nach Italien, Spanien, Polen und Ungarn abgesetzt wurde. Andererseits waren die Handwerker (Lederverarbeitung, Papier) und die im Weinbau Beschäftigten ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.
Zur Zeit der Reformation entschied sich die Stadt für ein Nebeneinander der Konfessionen und war damit eine der vier Städte im Reich, in denen Katholiken und Protestanten gleichberechtigt zusammen leben konnten. In der Folge des Dreissigjährigen Krieges rückte Ravensburg an den Rand der Geschichte und verlor weitgehend seine Bedeutung. Erst zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann ein neuer Aufschwung, in den Sektoren Textilherstellung und Maschinenbau, und die Bevölkerung wuchs wieder rasant an.

Fenster schliessen