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Historie

Rickenbach ist eine der ältesten Pfarreien des Hotzenwaldes. Rickenbach genoss die besondere Gunst Rudolfs von Habsburg, des späteren Königs, der bei seinen Jagdzügen oft im Ort Einkehr hielt. Später kam Rickenbach zum Stift Säckingen, das neben St. Blasien und den Deutschherren von Beuggen hier grössere Besitzungen hatte.
Innerhalb der Grafschaft Hauenstein ragte Rickenbach als Hauptort des inneren Hotzenwaldes hervor. Die Einungsorganisation konnte im Herrschaftsbereich der Habsburger und Vorderösterreichs eine eigene Selbstverwaltungsstruktur behaupten. Deren Redmann verhandelte jeweils mit dem österreichischen Landvogt, der seinerseits in der östlichsten der 4 Waldstädte, in Waldshut, residierte. Die Einung hatte eine eigene Steuerhoheit und durfte sogar ein eigenes Siegel- und Fahnenabzeichen führen. Diese Privilegien erhielten die Einungsleute auch deshalb, weil sie den Habsburgern in den sogenannten «Landfahnen» zu Diensten waren und sich als schlagkräftig erwiesen; sie errichteten auch eine Verteidigungslinie gegen die Gegnerschaft im Südwesten. Reste davon sind in Rickenbach noch zu sehen. In den Salpetererunruhen nahmen einige Rickenbacher ein böses Ende, glimpflich erging es dabei z. B. Johann Thoma, der nach Temesvar ausgesiedelt worden war.
In der neueren Geschichte des 20 Jahrhunderts gehörte Rickenbach mit vielen anderen Gemeinden des Hotzenwaldes zum armen Gebiet, über das 1937 der Notstand verhängt wurde. Erst in den 50-er Jahren zeichnete sich ein Wandel zum Besseren ab: insbesondere die Modernisierung und Rationalisierung der Landwirtschaft und der Ausbau der Strassennetzes brachten einen tiefgreifenden Wandel. In der Folge setzte auch eine Wanderung der Arbeitskräfte in das nahegelegene Wehratal mit seiner bereits im 19. Jh. hochstrebenden Textilindustrie und ins Hochrheintal mit seinem vielfältigen Arbeitsangebot ein.

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