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Historie

Die Grafen von Bregenz respektive von Montfort liessen sich nicht in unbesiedeltem Land nieder. Seit der Römerzeit lässt sich eine kontinuierliche Besiedlung nachweisen. Erst 1190 jedoch kann von einem planmässigen Anlegen einer Stadt die Rede sein: Nach dem Aussterben der Grafen von Bregenz im 12. Jahrhundert verlegten deren Erben, die Pfalzgrafen Rudolf und Hugo von Tübingen, den Sitz der Familie von Bregenz nach Feldkirch und liessen ab 1190 im Rahmen der Stadtbefestigung die Schattenburg errichten. Mit diesem Wechsel verband sich ein neues kulturelles Vorbild, weshalb die Ritterkultur sehr stark gefördert wurde. Die Unterstützung für das Kloster Mehrerau ging indessen zurück.
An die Stelle der Feudalerträge traten vermehrt Einnahmen aus dem Geldverkehr (Zölle) und dem Handel. Feldkirch lag nämlich verkehrstechnisch günstig im Fadenkreuz Bodensee – Chur- Arlbergstrasse und bei Heiligkreuz befand sich die einzige Brücke über die Ill. Im Jahre 1218 erfolgte die Gründung der Johanniterkommende und wenig später die dem Hl. Nikolaus – dem Patron der Kaufleute – geweihte Kirche, die 1287 urkundlich erstmals fassbar ist.
Zur Besiedlung der neuen Stadt trugen Zuzüger aus der nächsten Umgebung am meisten bei, gefolgt von den Walsern und den Insassen der Klosters St. Johann. Eine erste Stadterweiterung erfolgte daher schon im 13. Jahrhundert.
Im Zuge der systematischen Erwerbungen der Habsburger (1309 Gutenberg, 1354 Welsch-Ramschwang, 1363 Neuburg) kauften diese 1375 die Herrschaft Feldkirch. Damit war Herzog Leopold III. auf friedlichem Wege gelungen, was Graf und König Rudolf von Habsburg rund 100 Jahre früher durch seine Feldzüge nicht zu erreichen vermocht hatte. Diese erste habsburgische Periode führte zum Aufstieg des Bürgertums und zu seinen verbrieften Rechten. Damit führte das Haus Habsburg auch in Feldkirch seine andernorts bereits bewährte Stadtpolitik weiter. Diese konnte nach dem Zwischenspiel der Toggenburger Herrschaft in Feldkirch im Jahre 1436 wieder aufgenommen werden.
Die habsburgischen Herrscher waren selten aber gerne in Feldkirch zu Gast, Kaiser Friedrich III. etwa vom 30.11. bis 7.12.1442. Eher private Gründe führten Kaiser Maximilian I. vermehrt nach Feldkirch, wo er eine Liaison mit Gräfin Anna von Helfenstein pflegte. Aus dieser Verbindung stammte Friedrich Max von Amberg (*1510).
In der Neuzeit wurde Feldkirch zu einem Zentrum des Humanismus. Feldkirch war beispielsweise der Geburtsort des Arztes und Geographen Hieronymus Münzer oder der Brüder Michael und Gabriel Hummelberg. Dennoch war hier wie überall nach dem Dreissigjährigen Krieg der anhaltende Niedergang und speziell der Bevölkerungsverlust spürbar, der im Kontrast zum schwelgerischen Barock stand. Erst mit dem liberalen Bürgertum und der Industrialisierung setzte das für das 19. Jahrhundert typische Wachstum ein.
Feldkirch ist Endpunkt der vom Bodensee ausgehenden Schifffahrt und Umladeplatz für den Übergang zum Arlbergpass. Als Hafen spielte Feldkirch schon im 15. und 16. Jahrhundert eine Rolle und aus Verträgen geht hervor, dass Feldkircher Schiffsleute z. B. die Häfen Konstanz, Radolfzell, Überlingen und Lindau angelaufen haben. Neben Handel und Verkehr blühte im alten Feldkirch das Handwerk und brachte ein vielfältiges Zunftwesen hervor, dass heute noch hochgehalten wird.

Lage

Die mittelalterliche Stadtanlage von Feldkirch ist vollständig erhalten und gilt als Besterhaltenste im ganzen Vorarlberger Raum. Daher ist die Altstadt verkehrsfrei und steht unter Denkmalschutz. Über der Stadt thront das Wahrzeichen, die Schattenburg der Grafen von Montfort. Dieses Grafengeschlecht, das die Stadt Ende des 13. Jahrhunderts gründete, prägte mit seinen Bauten das Gesicht der Stadt. Der einstige Reichtum von Feldkirch liegt in seiner günstigen Verkehrslage begründet, die die Stadt zu Wohlstand und Autonomie geführt hat; diese Zeichen sind in den Zeugen aus Stein noch gut ablesbar, denen die vielen Kriege und auch der wirtschaftliche Niedergang in der Mitte des 17. Jahrhunderts nichts anhaben konnten.
Verkehrsgünstig liegt Feldkirch noch heute: Nahe der Schweiz und Liechtenstein und nur eine halbe Stunde vom Ausflugsziel Bodensee entfernt, an dem es noch andere, historisch bedeutende Städte zu entdecken gibt. Seit 1436 war die Grafschaft Feldkirch ununterbrochen unter österreichischer Landeshoheit (bis 1918) und bot der Dynastie einen sicheren Zugang zu ihren Besitzungen im Tirol.

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