Auf den Spuren der Habsburger

Historie

Zwischen Waldshut und Bad Säckingen liegt der kleine Ort Hauenstein, der einmal dem Gebiet nördlich vom Hochrhein, der Grafschaft Hauenstein, den Namen gab. Zu ihrem Einflussbereich gehörten auch die Dörfer auf dem Höchenschwander Berg. Das Höchenschwand selber gehörte aber zum Immunitätsbezirk des Klosters St. Blasien.
Höchenschwand war eine eindeutige Gründung des Klosters St. Blasien. Laienbrüder wurden zwecks Rodung und Besiedlung in die das Kloster umgebende Wildnis entsandt. Sie sollten Bruderhöfe anlegen, die als «Muster» den weiteren Kolonisatoren, wir würden heute eher von Pionieren sprechen, als Vorbild dienen sollten. Im 14. Jahrhundert wurden aus diesen Bruderhöfen Lehenshöfe, das heisst, sie wurden an untertänige Bauern verpachtet. Sie schuldeten den Lehenseid und selbstverständlich etliche Abgaben, das Kloster sorgte für den Schutz und die kirchliche Versorgung der Menschen. Bereits Ende des 11 Jahrhunderts kam Höchenschwand zu einer eigenen Kirche, die von Bischof Gebhard von Konstanz geweiht wurde. 1787 wurde Höchenschwand zusammen mit 10 weiteren Orten eigene Pfarrei. Davon zeugt das nach vielen Vergrösserungen heutige, riesige Kirchenschiff aus dem Jahre 1894.
Die Menschen störten sich weniger an den hohen Naturalabgaben, welche im kargen Land und unter widrigen Witterungsverhältnissen dem Boden und den Tieren abverlangt werden mussten, als vielmehr an der Tatsache, dass sie Leibeigene des Klosters St. Blasien waren. Als Teil Vorderösterreichs unterstanden die Bewohner des Höchenschwander Berges der Hochgerichtsbarkeit des Erzhauses Habsburg-Österreich. 1597 verpfändeten diese allerdings die hohe Gerichtsbarkeit innerhalb des «Twing und Bann» des Klosters St. Blasien. Die sich darauf entzündenden Streitigkeiten zu Anfang des 18. Jahrhunderts mündeten in die «Salpeterunruhen». Habsburg hatte immer wieder zwischen den treuen, kampfstarken «Leuten auf dem Wald», die ihnen in Kriegen hilfreich zur Seite standen, und dem finanzstarken Kloster, das dem Adelshause öfter aus der Geldnot half, zu schlichten. Die Höchenschwander hatten aber auf dem Höhepunkt des Konflikts in den 1730-er und 40-er Jahren konkret mit den Hinrichtungen und Verbannungen ihrer Leute sowie mit dem Gängelband des Klosters zu kämpfen.
Die Menschen in der Einung Höchenschwand lebten unter ärmlichen, entbehrungsreichen Umständen. Davon übrig geblieben ist insonders der Hausbau, denn von Höchenschwand aus verbreitete sich das noch heute zu sehende «Hotzenhaus», strohbedeckte Einhäuser, in dem Wohnräume und Stallungen unter einem Dach lagen. Bis zu 20 Personen lebten in engen Verhältnissen beisammen.
Eine quellenreiche, spannende Übersicht bietet Beck, Karl: Die Chronik vom Höchenschwander Berg. 2. Auflage, Eggingen 1990.

Lage

Für alle Siedlungen auf dem Höchenschwander Berg gilt, dass sie bis 1806 zur vorderösterreichischen Landgrafschaft Breisgau gehörten und danach badisch wurden. Bis 1806 zählte das Dorf Höchenschwand räumlich zum «Twing und Bann St. Blasien» und gab der Einung Höchenschwand, die zur sogenannten Grafschaft Hauenstein gehörte, nur den Namen.
Die Dörfer auf dem Höchenschwander Berg sind aus Einzelhöfen, sogenannten Bruder- oder Lehenshöfen des Klosters St. Blasien, hervorgegangen. Während der Jahrhunderte verlief die Siedlungsentwicklung in gemächlichem Tempo. So begegnen wir noch heute dem typischen Haufen- oder Strassendorf. Die Flurnamen weisen darauf hin, dass früher jeder Hof seine landwirtschaftlich genutzte Fläche in unmittelbarer Nähe gehabt haben muss. Die Namen «Hausmatten» und «Hofmatten» haben die Flurbereinigungsmassnahmen überdauert. Auf die Rodungsaktivitäten der «Leute auf dem Wald», die von den Klöstern, vor allem von St. Blasien, ausgingen, weisen die Namen mit der Endung -schwand hin.

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