Auf den Spuren der Habsburger

Herren und Bauern

Auswandererschicksal
Auswandererschicksal im 18. Jahrhundert.

Graf Rudolf IV. von Habsburg, der spätere König, eignete sich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts das gerodete und urbar gemachte Land durch Verpfändungen des Königs Konrad IV. und gewaltsam von dem ansässigen Kleinadel an. Oftmals zerstörte er als Zeichen seiner Macht die Burgen und Herrschaftssitze dieser Adelsfamilien, so etwa 1271 die Burg der Herren von Tiefenstein im Albtal. Mit den bereits vorhandenen Rechten an den Klöstern Säckingen und St. Blasien sicherte Rudolf für die Dynastie die Herrschaftsrechte über das gesamte Gebiet, das später im Reichsverband vorderösterreichisch wurde und 1806 an das Grossherzogtum Baden kam.

Im Laufe der Jahrhunderte veräusserten oder verpfändeten die Habsburger immer wieder einen Teil ihrer Rechte. Vorallem Herzog Sigmund, ironischerweise «der Münzreiche» genannt, steckte in Geldnöten und gab Anfang des 15. Jahrhunderts quasi Hof um Hof ab. Davon profitiert hatte vor allem das Kloster St. Blasien, das sich überdies in seinem «Zwing und Bann» nach und nach ein Immunitätsrecht sicherte, wo es ausser der niederen Gerichtsbarkeit zeitweilig auch die Hochgerichtsbarkeit von den Habsburger Landesherren erringen konnte. Damit einher ging auch das Recht, unabhängig von der Zustimmung des Kaisers, Steuern einzuführen. Vor allem baute das Kloster aber seine Macht gegenüber seinen hörigen Klosterleuten aus und sprach von ihnen als seinen «Leibeigenen». An diesem Attribut entzündete sich der Streit im 18. Jahrhundert, als die Bauern nicht mehr länger als Leibeigene ihren Lehenseid schwören wollten. Unter dem Anführer Johann Fridolin Albiez aus dem Dorfe Buch begann der über 30 Jahre dauernde Konflikt. Albiez war im Salpeterhandel tätig, weshalb die unruhigen Untertanen schon bald als «Salpeterer» und der Aufstand als «Salpetererunruhen» bezeichnet wurden.

Die Sprecher der Einungen riefen ihren Landesherrn Habsburg-Österreich um Hilfe an. Dieser hatte sowohl zwischen seinen schlagkräftigen, treuen Bauern und dem finanzkräftigen Kloster, das der Familie vor allem in den Auseinandersetzungen mit den Eidgenossen oft aus Geldschwierigkeiten geholfen hatte, zu schlichten. Als beider Herren keine leichte Aufgabe. So kam es nicht selten zu Strafaktionen gegen die Aufständischen, in deren Folge die Anführer enthauptet und ihre exponierten Mitläufer in das habsburgische Ungarnland verbannt wurden (Banaterschwaben).

so sieht es aus

Auch das Ortswappen von Rotzel führt das alte Wappen der Grafschaft Hauenstein weiter und zeigt zwei Fichten sowie das Wappen von Österreich.

Seite empfehlen