Auf den Spuren der Habsburger

Die bekannteste Sammlung von Texten deutscher Minnesänger ist die manessische Liederhandschrift. Diese vereinigt die in den 200 vorangegangenen Jahren entstandenen Lieder und erfreut uns weiter durch ihre Illustrationen.

 

Andere Sprachräume bieten noch umfangreichere Überlieferungen. So etwa die Lieder der Trobadors, welche in Lateinisch, Provenzalisch, Okzitanisch, Katalonisch und weiteren Idiomen dichteten und vortrugen.

Rost, Kirchherr zu Sarnen
Meister Heinrich Frauenlob

Aus der Carmina Burana

Aus der Carmina Burana, einer ebenfalls umfangreichen Sammlung, bieten die Freiburger Spielleyt die ersten fünf Strophen des Liedes «Ich was ein chint so wolgetan».

Ich was ein chint so wolgetan
virgo dum floreban
do brist mich diu werlt al
omnibus placebam.

Ich war ein Kind, gar unschuldsvoll,
als ich eine schön erblühte Jungfrau war,
allüberall mein Lob erscholl,
allen gefiel ich.

Ia wolde ih an die wisen gahn
flores adunare
do wolde mich ein ungetan
ibi deflorare.

Ich wollte auf die Wiese schnell
Blumen zum Strausse pflücken
da wollte mich ein schandgesell
dort entjungfern.

Er nam mich bi der wizen hant
sed non indecenter
er wist mich diu wise lanch
valde fraudulenter.

Er nahm mich bei der weissen Hand,
doch nicht ohne Anstand,
er führte mich den Rain entlang,
sehr listig.

Er graif mir an daz wize gewant
valde indecenter
er fuorte mich bi der hant
multum violenter.

Er fasste an mein weiss Gewand,
ganz ohne Anstand,
und zog mich fort an meiner Hand.
mit Gewalt.

Er sprach vrowe ge wir baz
nemus est remotum
dirre wech der habe haz
planxi et hoc totum.

Er sprach: "Komm, mein Mägdelein!
Der Wald ist weit!"
Verwünscht soll dieser Weg mir sein!
Ich jammerte den ganzen Weg.

So tönt es

Rebec
Walther von der Vogelweide