Auf den Spuren der Habsburger

Höchenschwand

Höchenschwand liegt auf einem der Schwarzwaldrücken, zu dessen linker Seite das Albtal verläuft und zu dessen rechter Seite das Tal der Schwarza. Auf Gemeindegebiet liegen faszinierende und teilweise geschützte Moor- und Riedlandschaften. Mit seinen rund 1000 M.ü.M. ist der heilklimatische Kurort Höchenschwand zugleich auch der höchstgelegene Einungsort der ehemaligen Grafschaft Hauenstein. Immer wieder beeindruckend, sowohl für Einheimische als auch für Gäste, ist die zeitweise sichtbare Alpenkette im fernen Süden.
Von Höchenschwand aus ist in südlicher Richtung die Stadt Waldshut, und in wenigen Minuten das nahegelegene St. Blasien zu erreichen.

Historie

    3. Jh. wandern Alemannen in die rechtsrheinischen Gebiete ein.
    9. Jh. Im Gebiet des Höchenschwander Bergs bis hinauf zum Schluchsee treffen die Interessen der Klöster St. Gallen, Reichenau und Allerheiligen aufeinander. Im Zusammenhang mit der Landkolonisation bauten entweder die St. Galler oder die Herren von Nellenburg zur Sicherung des Gebietes die Burg Tombruck beim Tombach (später zerstört und verfallen).
    1158 ist Höchenschwand erstmals unter dem Namen «Hachinswanda» urkundlich bezeugt. Eine Schwandung deutet immer auf eine Brandrodung hin, um einen Platz urbar und besiedelbar zu machen.
    1305-07 Im Habsburger Urbar sind die meisten Höchenschwander Siedlungen verzeichnet.
    1328 Im Rodel des Klosters St. Blasien werden Höchenschwander Siedlungen als Klosterbesitz ausgewiesen.
    1330 St. Blasianische Lehensbriefe über die Höfe Höchenschwand und Wittlisberg. Das Kloster sorgte für Speis und Trank, im Gegenzug mussten die Gotteshausleute vier Weinfuhren pro Jahr an den Hochrhein (Waldshut) übernehmen. Dazu kamen die üblichen Abgaben, die sich aus einem Lehensverhältnis ergaben.
    14. Jh. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts kommt die Kirchgemeinde unter das Interdikt. Ende des Jahrhunderts kommt Höchenschwand in die Hauensteinische Einungsverfassung.
    1468 Der Waldshuter Krieg beeinträchtigt auch Höchenschwand. Bei der Schanze von Remetschwiel wehrte der Hauensteiner Landfahnen erfolgreich einen Ansturm der Eidgenossen ab.
    1469-77 Der Hotzenwald, von Herzog Sigmund von Österreich verpfändet, kommt für 8 Jahre unter burgundische Herrschaft.
    1634 Während des Dreissigjährigen Kriegs war vor allem der Hotzenwald ein Ort erbitterter Kämpfe und Plünderungen. Sogar der kampferprobte, geländekundige Landfahnen musste 1634 einem Ansturm der Schweden aus Rheinfelden nachgeben.
    1719 In Remetschwiel anlässlich des «Dinggerichts» kommt es zum offenen Aufruhr der Hauensteiner gegen das Kloster St. Blasien, das die Leibeigenschaft weiterhin erhalten möchte. Dies ist der Beginn der unter dem Namen «Salpetererunruhen» in die Geschichte eingegangenen unruhigen Jahre, die bis 1746 anhielten. Vorallem auf dem Höchenschwander Berg sammelten sich Männer der Einung und gaben dem Protest ein Gesicht.
    18.Jh. Einige Leute von Höchenschwand wandern in das habsburgische Ungarn aus. Im 19. Jahrhundert wandern die Menschen eher nach Übersee aus.
    1806 Höchenschwand kommt zum Grossherzogtum Baden.
    1906 Das für die Gemeinde 1906 entworfene Wappen erinnert an die alte herrschaftliche Vergangenheit von Höchenschwand und des gesamten Hotzenwaldes: In gespaltenem Schild vorn in Blau ein linksgewendeter steigender, goldener Hirsch (Herrschaft St. Blasien), hinten der österreichische Bindenschild in rot-weiss-rot (vorderösterreichische Herrschaft).
    1945 In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Höchenschwand eine rege Bautätigkeit, wobei unter anderem auch das Strassennetz endlich gut ausgebaut und ein Waldsanatorium errichtet wurde.


Höchenschwand ist auf der B500 bequem mit dem Auto zu erreichen.

 


Es besteht ein öffentliches Busnetz, an das Höchenschwand angeschlossen ist. Nach Höchenschwand führt jedoch keine direkte Eisenbahnverbindung. Ab Freiburg können Sie in die Höllentalbahn und danach ab Titisee die Dreiseenbahn einsteigen und kommen so in die Nähe von Höchenschwand.




Service

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Das Begleitbuch zur Aus-
stellung "Die Habsburger
zwischen Rhein und Donau"
können Sie bestellen:

 

Für die Schweiz:
Frau Margrit Weber
Neudörfli 1
5600 Lenzburg

 

Für den EU-Raum:
Museum für Stadtgeschichte
Münsterplatz 30
DE-79098 Freiburg

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