Auf den Spuren der Habsburger

Von der Vogtei zur Grafschaft

Der Höllbergwasserfall bei Görwihl

Das Gebiet der Grafschaft Hauenstein umfasste den früheren «Albgau» mit dem als «Hotzenwald» bekannten Teil des südlichen Schwarzwaldes. Im Osten begrenzten die Flüsse Schlücht und Schwarza, im Westen die Wehra und im Norden der «Zwing und Bann von St. Blasien» das im Süden an den Hochrhein grenzende Gebiet. Es unterstand von 1254 bis 1806 dem Haus Habsburg. Als Vogtei Hauenstein wurde der Herrschaftsbereich anfänglich bezeichnet. Erst im Verlaufe des 16. Jahrhunderts sprach man selbstbewusst von einer «Grafschaft» aufgrund der zahlreichen von Königen und Kaisern ertrotzten mannigfaltigen Privilegien. Diese Sonderstellung und Freiheiten konnten sich die Bewohner dieses Landstriches nur als rodungsfreie Bauern, die sich auch zur Abwehr äusserer Feinde in Selbstschutzeinheiten organisierten, herausnehmen und bis in die Neuzeit hinein bewahren.

Wir wissen, dass 1371 Graf Hans von Habsburg-Laufenburg den Hauensteinern ihre jungen Rechte neuerlich bestätigte. Auf dieses alte verbriefte Recht bezogen sie sich selbstbewusst, als sie im 18. Jahrhundert in einen Streit mit dem Kloster St. Blasien gerieten und die «Salpetererunruhen» begannen.

Die Anfänge der «Grafschaft» lagen jedoch in harter Handarbeit. Entstanden waren die einzelnen Siedlungen nämlich aus Brandrodungen im Südschwarzwald, einem im Hochmittelalter im wahrsten Sinne des Wortes noch unwegsamen Urwaldgebiet. Dorthin entsandten die Klöster Säckingen und St. Blasien ihre Mönchsbrüder, eigentliche Pioniere, die dem Wald Boden abrangen für neue Siedlungen und Landwirtschaftsflächen. Unterstützt wurde die Landkolonisation außerdem vom ansässigen Kleinadel, vor allem von den Herren von Tiefenstein. Schon bald wurden aus den «Bruderhöfen» aber Lehenshöfe gemacht, auf denen Bauern im Pachtverhältnis das Land urbar erhalten und bewirtschaften sollten. Diesen eigentlichen Siedlern wurden dafür Privilegien eingeräumt, etwa eine teilweise Steuerfreiheit. So entwickelte sich in dem weitgehend menschenleeren, marginalen Gebiet im Laufe der Jahrzehnte eine Selbstverwaltung, die die Grundlage der späteren Hauensteiner Einungen oder Bezirke wurde.

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