Auf den Spuren der Habsburger

Historie

Für die Zeit der Frühgeschichte sind südlich von Ensisheim erste Siedlungen archäologisch nachgewiesen. Man nimmt dort aufgrund der Ausgrabungen grosse, mit Stroh gedeckte, sog. Donaubauernhöfe an. Gebaut wurden die ersten dieser Langhäuser noch von den Kelten, die Besiedlung dauerte bis in die karolingische Zeit. Dennoch, trotz dieser mehrere Jahrtausende umfassenden menschlichen Präsenz, bleiben die Anfänge von Ensisheim vage.
Erstmals wird Ensisheim im Jahre 768 unter dem Namen Engisehaim urkundlich erwähnt. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts liess König Rudolf I. von Habsburg die „Königsburg“ bauen. Der Bau dieser Festung führte zu einer Verlagerung der Siedlung, welche sich nunmehr um die Burg entwickelte. Im Jahre 1431 wurde durch Beschluss von Kaiser Sigismund der Sitz der Verwaltung über die habsburgischen Vorlande im Elsass, im Breisgau und im Aargau sowie am Bodensee, nach Ensisheim verlegt. Das Palais de la Régence erinnert noch heute an die glänzenden Versammlungen und die vornehmen Aufgaben der Hauptstadt.
Am 7. November 1492 stürzte in der Nähe von Ensisheim unter gewaltigem Lärm ein Meteorit mit einem Gewicht von 250 Pfund vom Himmel. Sebastian Brant, der bekannte Autor des „Narrenschiffs“, nutzte dieses Ereignis und suchte Einfluss zu nehmen auf Kaiser Maximilian I. von Österreich. In seinen „losen Blättern über den Stein des Donners“ drängte er den König, gegen das französische Königshaus in den Krieg zu ziehen. Der aus der Verwaltungstätigkeit stammende Wohlstand der Stadt Ensisheim nahm immer mehr zu, die noch heute sichtbaren Reste der Stadtbefestigung legen davon Zeugnis ab. In der Stadt lebten am Ende des 16. Jahrhunderts 200 adelige Familien, welche als Grundherren im Elsass begütert waren. Zwischen 1584 und 1634 wurden in Ensisheim auch Thaler geschlagen, die Stadt war nach Strassburg die wichtigste Münze des Elsass.
Im Dreissigjährigen Krieg (1618 – 1648) wurde die Stadt sieben Mal verwüstet, die Verwaltung wurde evakuiert und später in Freiburg in Breisgau wieder errichtet. Die Stadt erholte sich von den verheerenden Verwüstungen nie mehr ganz, insbesondere, da im Frieden von Westfalen (1648) das habsburgische Elsass an die französische Krone abgetreten werden musste.
Unter der französischen Verwaltung erhielt Ensisheim einen königlichen und souveränen Rat, den Provinzrat, womit es Hauptstadt der französischen Provinz Elsass wurde. Doch war die Freude von kurzer Dauer, mit der Rückkehr der kaiserlichen Truppen im Jahre 1674 wurden die Verwaltungsfunktionen nach Breisach verlegt, der Niedergang der Stadt ging damit weiter.
Im Jahre 1682 wurde das von Rudolf I. von Habsburg erbaute Schloss abgetragen. Ensisheim blieb bis zur Französischen Revolution Hauptort des Amtsbezirkes.
Am Ende des französischen Kaiserreiches zwischen 1814 und 1820 wurde Ensisheim von österreichischen Truppen besetzt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann in den grossen Minen der Abbau von Kali und damit ein bedeutender wirtschaftlicher Aufschwung. Das Museum beim Palais de la Régence erinnert an diese Zeit. Die Stadt erlitt auch im Zweiten Weltkrieg nochmals erhebliche Zerstörungen.
Heute ist Ensisheim ein wichtiges demographisches und wirtschaftliches Zentrum geworden.

Folgende Persönlichkeiten wurden in Ensisheim geboren:

  • Jean RASSER (1535 – 1594) Pfarrer und Gründer des Jesuitenkollegiums von Ensisheim (heute im Hauptgefängnis gelegen).
  • Jakob BALDE (1604 – 1668), Jesuit, Professor und Prediger am bayrischen Hof in München. In der Kritiken seiner Zeitgenossen wurde er als Dichter mit Horaz verglichen.
  • Léon BOELLMANN (1862 – 1897), Orgelkomponist

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