Auf den Spuren der Habsburger

Neuenburg am Rhein

Im Westen der alten und reichen Wein- und Kulturlandschaft des Markgräfler Landes gelegen, bietet Neuenburg am Rhein mit seinem ausgeglichenen südlichen Klima auch den Reichtum südbadischer Lebensfreude. Diese Lebensfreude dürfte den Neuenburgern eine Hilfe gewesen sein, über die mehr als 800 Jahre andauernden Anfechtungen immer wieder hinwegzukommen, die die einst prachtvolle Stadt jeweils der totalen Zerstörung preisgegeben haben, sei es durch die Hochwasser des Rheins, sei es durch kriegerische Zerstörungswut.
Obwohl Neuenburg aus den genannten Gründen keine historische Altstadt mehr besitzt, weist sie eine reiche, geschichtliche Vergangenheit auf, die aufs Engste mit dem Haus Habsburg verbunden ist. Als Freie Reichsstadt, als Tagungsort für viele hochbrisante Zusammenkünfte im Reich und als Verwaltungssitz von Vorderösterreich blühte und exponierte sich die Stadt dergestalt, dass sie unvermeidlich Angriffspunkt von hoher Symbolkraft für viele Ränkespiele werden musste.
Aus Neuenburg stammt auch der Geschichtsschreiber Matthias, dessen Klingenberger Chronik bis heute ein Schlüsselwerk zum Verständnis habsburgischer Geschichte geblieben ist. Ein Besuch Neuenburgs bringt sie also weniger mit altem Gemäuer, dafür mit lebendig gebliebenem, sorgfältig gepflegtem Geschichtsbewusstsein zusammen, welcher, gepaart mit der grossherzigen Freundlichkeit der Stadtbewohner und der stilvoll und grosszügig angelegten Stadtanlage, in jedem Fall einen Hochgenuss und ein «Muss» für Alle, die sich auf den Spuren der Habsburger bewegen wollen, darstellt.

Historie

    1175 wird als offizielles Gründungsjahr der Stadt durch die Zähringer anerkannt. Richtiger müsste man davon sprechen, dass die Zähringerstadt durch Herzog Berthold IV. zwischen 1171 und 1181 gegründet wurde. Die Gründung erfolgte beim Dorf Au, bei welchem eine alte Rheinfurt das Überqueren des Flusses möglich machte. Die Zähringer legten mit der Stadt einen Sperriegel zwischen staufisches Gebiet in Badenweiler und im Elsass und konnten mit dem einzigen wichtigen Rheinübergang in dieser Gegend an den Zolleinnahmen gut verdienen.
    1219-50 Neuenburg wird reichsunmittelbare Stadt.
    1274 Nachdem Neuenburg zeitweise an die Grafen von Freiburg gefallen war (seit 1254), wird sie erneut, diesmal vom ersten Habsburgerkönig, Rudolf I., für reichsunmittelbar erklärt.
    1295 Der letzte grosse Reichs-Chronist, Matthias von Neuenburg, erblickt um 1295 in der Stadt das Licht der Welt.
    1324 Die Erwähnung einer eigenen Währung deutet auf das Bestehen einer Münzstätte in Neuenburg hin.
    1331 Ludwig der Bayer verpfändet die Stadt an das Haus Habsburg-Österreich (Herzöge Albrecht und Otto von Österreich).
    1415 Die Neuenburger verhindern zur Zeit des Konstanzer Konzils die weitere Flucht von Papst Johannes XXIII. über den Rhein. In der Folge wird Neuenburg als Belohnung wieder Freie Reichsstadt, um nach 10 Jahren aber erneut an das Haus Habsburg zu fallen.
    1417 König Sigismund gewährt der Stadt das Marktrecht zur Abhaltung von 2 Jahrmärkten im Jahr.
    1448 1448 / 1468 / 1469 finden die Landtage in Neuenburg statt.
    1475 Freiburg, Endingen, Breisach und Neuenburg gehen ein Schutzbündnis ein.
    1490 König Maximilian I. von Habsburg, der später Kaiser wurde, bestätigt der Stadt ihre Rechte und Freiheiten.
    1496 Neuenburg wird durch Hochwasser verwüstet; König Maximilian I. bietet der Stadt zum Wiederaufbau Land an.
    1520 Karl V., Enkel von Maximilian von Habsburg und Maria von Burgund, bestätigt der Stadt ihre Rechte und Freiheiten.
    1525 Die Fluten des Rheins vernichten rund die Hälfte der Stadt. Gleichzeitig hat die Stadt der Bauernerhebung im Lande zu widerstehen. Mit dem «Neuenburger Vertrag» von 1527 kann der Bauernkrieg beendet werden.
    1563 Mit Ferdinand I. betritt letztmals ein Kaiser den Boden von Neuenburg, um der Stadt die alten Privilegien zu erneuern.
    1618-48 Im Dreissigjährigen Krieg wechselt die Stadt mehrfach den Besitzer und erleidet schwere Schäden. Nur gerade 76 Bürger bleiben aus den Kriegswirren und Seuchen zurück. Die einstmals blühende, ansehnlich grosse, mittelalterliche Stadt ist vernichtet worden.
    1704 Während des spanischen Erbfolgekriegs wird die Stadt ganz ausgelöscht. Erst nach 10 Jahren ergeht die Erlaubnis zum Wiederaufbau, doch die adligen und wohlhabenden Geschlechter kehren nicht mehr zurück. Die Katastrophe haben 46 Menschen überlebt, die heimkehren und den Aufbau an die Hand nehmen.
    1718 Karl VI. bestätigt der Stadt Ihre Rechte und Freiheiten.
    1741 Erbhuldigung der Stadt an Maria Theresia.
    1806 Auflösung der Heiligen Römischen Reiches, Neuenburg fällt an das Grossherzogtum Baden.
    1873 Bau der Rheinschiffbrücke. Sie ersetzt nach und nach die alte Rheinfähre von Neuenburg.
    1878 wird die Eisenbahnbrücke fertiggestellt, die Neuenburg mit Mülhausen verbindet.
    1914 Beginn des I. Weltkriegs. Die Bürger werden aufgefordert, die strategisch günstig gelegene Stadt zu verlassen.
    1939 Beginn des II. Weltkriegs. Neuerliche Evakuation der ganzen Bevölkerung. Die Rheinbrücke wird gesprengt. Neuenburg am Rhein versinkt in der Folge als erste deutsche Stadt in Schutt und Asche.
    1945 Nahezu der gesamte Stadtkern ist völlig zerstört worden. Über die Hälfte aller Gebäude muss wieder neu gebaut werden. Erst 1958 ist man mit dem Wiederaufbau langsam zu Ende gekommen.
    1963 Die neue Brücke wird dem Verkehr übergeben.
    1971/75 Verwaltungs- und Gemeindereform: eingemeindet werden Zienken, Grissheim und Steinenstadt.
    1979/80 Die neue Autobahnbrücke über den Rhein wird gebaut.
    2000 Grosse Feier zum Anlass des 825-jährigen Bestehens der Stadt.

Verkehrsanbindung


Neuenburg liegt an der Autobahn A5 Basel-Karlsruhe. Zwei Rheinübergänge führen direkt nach Frankreich.


Neuenburg verfügt auch über eine direkte Bahnverbindung an der Linie Basel Freiburg. Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Euro-Airport Basel-Mulhouse.

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5600 Lenzburg

 

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Museum für Stadtgeschichte
Münsterplatz 30
DE-79098 Freiburg

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