Auf den Spuren der Habsburger

Das Elsass

Frauenbüste aus Kalk
Gräfin Hildegard von Egisheim

Die Grafen von Egisheim, Nachkommen eines Grafen Eberhard, sind die mächtigsten Herrscher im Ober- und Unterelsass. Ihnen gehören vor allem die Burg von Oberegisheim und bedeutende Gebiete im Unterelsass. Bruno, der berühmteste Sproß dieser Familie, wird 1048 unter dem Namen Leo IX. zum Papst gewählt. Die Grafen von Mousson, aus denen die Familien von Bar und Pfirt abstammen, besitzen den ganzen südwestlichen Teil des Elsass bis Montbéliard mit zwei wichtigen Burgen: Altkirch und Pfirt. Um die Stiftskirche St. Theobald an der Straße nach Lothringen, über den Bussangpaß, entsteht später Thann. Die Herren von Horburg, zum erstenmal um 1090 erwähnt, besitzen Horburg, Riquewihr und zahlreiche Dörfer und Besitztümer im Osten und Westen von Colmar. Walter IV., der letzte von ihnen, stirbt 1328, ohne das Kind seiner Gemahlin Lucie von Rappoltstein anerkannt zu haben. Die Herren von Rappoltstein haben sich um 1000 oberhalb von Ribeauvillé niedergelassen. Sie entwickeln sich gegenüber den Habsburgern, den Städten und dem Bischof von Straßburg bald zur stärksten politischen Macht im Mittelelsass. Die Lehnsherrschaften, Verbindungen von Grundbesitz und Recht, gibt es seit dem 9. Jahrhundert. Sie gewinnen zunehmend an Bedeutung. An oberster Stelle der Großgrundbesitzer steht der König. Seine Ländereien dehnen sich gegen das Jahr 1000 auf weite Teile des Münstertals, der Harth und des Hügellands der Vogesen aus. Die Ordenshäuser sind ebenfalls bedeutende Landbesitzer. Ihre wichtigsten Ländereien: Murbach, Wissemburg, Münster, Lorsch, Fulda, St. Gallen sowie die Priorei St. Valentin von Rufach, die ihnen zur Bewirtschaftung oder zur direkten Verwaltung übergeben wurden. Sie üben auch Rechte gegenüber Personen und Gütern aus. Dasselbe gilt für die Bischöfe von Straßburg und Basel, deren Einflußgebiet sich im Fall von Basel dank dem Obermundat von Rufach über Soultz nach Egisheim erstreckt und im Fall von Straßburg den Harthwald, eine Schenkung von Heinrich II. im Jahr 1004, mit einschließt. Neben diesen großen Besitztümern gibt es noch immer den freien Landbesitz. Dabei handelt es sich um Gebiete, die keinem Herrscher gehören und auf die keine Abgaben enthoben werden. Dieser vererbliche Grundbesitz gehört freien Menschen, die von niemandem abhängig und einzig dazu verpflichtet sind, Militärdienst für den König zu leisten und den Zehnten zu entrichten.

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