Auf den Spuren der Habsburger

Der Hoftag

Ein ritterlicher Zweikampf

Noch im 13. Jahrhundert gründet sich die Macht eines Königs im wesentlichen auf die Gefolgschaft von möglichst vielen und mächtigen Fürsten. Um sich deren Treue zu versichern, «hält der König hof». An solchen Tagen werden die königlichen Lehen und Privilegien erneuert und bestätigt, aktuelle Problemen besprochen. An seinem ersten Hoftag im Dezember 1273 in Speyer bekundet Rudolf den Reichsfürsten seine Absicht, dem Reich alle entfremdeten Lehen mit allen Mitteln zurückzufordern. Dies verstrickt ihn drei Jahre später in einen Krieg mit dem König von Böhmen. Hoftage bieten aber immer auch die Gelegenheit, ein höfisch-ritterliches Fest mit fürstlichem Prunk, Turnierspielen, Musik und Unterhaltung zu veranstalten. Feste sind im Mittelalter eine unabdingbare Form von herrschaftlicher Repräsentation.

Feste und Feiern

Ritterhaus der Lenzburg
Ein Rebec

Neue Erkenntnisse zum älteren Topfhelm von Madeln

Der Topfhelm

Die neu entdeckten Bändchen des älteren Topfhelms von Madeln beweisen, dass Helm und Helmzier spätestens im 14. Jh. eine untrennbare Einheit bildeten, da die Bändchen von Anfang zur Konstruktion des Helms gehörten. Somit kann die enge Verbindung zwischen Helm und Helmzier, die bisher vor allem durch schriftliche und bildliche Quellen belegt war, auch durch einen archäologischen Fund bestätigt werden. Möglicherweise hat sogar die Form der Helmzier die Form des Helms mitbestimmt, da das damalige Formempfinden die Helmform zumindest in einem ähnlichen Ausmass bestimmte wie die Funktion.


Beim älteren Topfhelm von Madeln scheint es sich um einen scheitelaufliegenden Helm gehandelt zu haben, der aufgrund seiner Grösse, der Asymmetrie bei den Atemlöchern, der möglichst kantenfreien Gestaltung der Vorderseite und des aufwändigen Befestigungssystems für die Helmzier als eigentlicher Turnierhelm betrachtet werden kann, der im Krieg nur zur Not eingesetzt worden sein dürfte. Trifft diese Interpretation zu, ist der ältere Helm von Madeln einer der frühesten erhaltenen Belege für Harnischteile, die eigens fürs Turnier gefertigt wurden. Der von Hugo Schneider aufgrund von bildlichen Quellen postulierte Übergang vom scheitel- zum schulteraufliegenden Topfhelm während der ersten Hälfte des 14. Jh. kann anhand des Topfhelms von Madeln nicht mehr nachvollzogen werden. Ob dieser Übergang dennoch bereits in der ersten Hälfte des 14. Jh. stattfand, müssten weitere Untersuchungen an erhaltenen Originalen zeigen.

Der ausführliche Beitrag ist erschienen in:

FREY, Jonathan: Neue Erkenntnisse zum älteren Topfhelm von Madeln.

Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 12. Jahrgang 2007, Heft 4, 113 – 120.

Das Heft kann beim Schweizerischen Burgenverein für Fr. 12.50 (Inland),
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www.burgenverein.ch

Wikipedia

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    Titelblatt des Jahrbuchs des Landkreises Waldshut 2009