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Die Reformation

Die Reformation

Martin Luther

Im Jahr 1521 wird Luther als Ketzer verurteilt. Doch seine Thesen verbreiten sich rasch im Reich. Sie stoßen beim Volk auf offene Ohren, sind doch die römischen Geistlichen nicht in der Lage, überzeugende Antworten auf die spirituellen Fragen der Kirchentreuen zu geben. Die römischen Geistlichen schlagen vor, schlechte durch gute Taten gutzumachen. Luther hingegen vertritt die Meinung, daß allein der Glaube an Gott die Seele rettet und daß die göttliche Barmherzigkeit den Anstrengungen der Menschen, Buße zu tun, weit überlegen ist. Das Konzil von Trient (1545-1563) bestätigt die katholische Theologie, Heil könne durch gute Taten und mit Hilfe von Sakramenten und Heiligen gefunden werden. Aber der Konflikt hat sich bereits auf die politische Ebene ausgedehnt. 1555 setzt der Friede von Augsburg den Religionskriegen in Deutschland vorübergehend ein Ende, ist aber auch Zeichen des Mißerfolgs von Karl V. und seinem Bruder Ferdinand I., die versuchten, die gesamte Christenheit unter der Gewalt des Herrschers zu versöhnen. Der Friede von Augsburg führt das politische Prinzip von «Cujus regio, ejus religio» ein. Das heißt: das Recht der Prinzen und der Städte, frei zwischen katholischem und lutherischem Glauben zu wählen, hängt direkt von der Herrschaft ab.

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