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Freiheit und Selbstverwaltung

Freiheit und Selbstverwaltung

Ein «Fähnrich»

Die Grafschaft und frühere Vogtei Hauenstein erhielt ihren Namen nach dem kleinen Ort Hauenstein am Hochrhein. Auf deren Burg befand sich bis zum Brand im Jahre 1503 der Verwaltungssitz des Waldvogtes, des Vertreters von Österreich. Erst später residierte dieser in der Stadt Waldshut. Die Grafschaft Hauenstein war in 8 Bezirke, sogenannte Einungen aufgeteilt. Hauptorte der Einungen waren: Murg, Hochsal, Rickenbach, Görwihl, Wolpadingen, Birndorf, Dogern und Höchenschwand. Jede Einung hatte einen Einungsmeister an ihrer Spitze, aus deren Mitte ein Redmann gewählt wurde. Der Redmann war der Sprecher der Einungen und vertrat diese vor dem Waldvogt.

Die herrschaftlichen Privilegien garantierten den Menschen «auf dem Wald» gewisse Erleichterungen und Freiheiten. Sie hatten unter anderem das Recht, eine eigene Steuerhoheit sowie ein eigene Siegel- und Fahnenabzeichen zu führen. Andererseits entbehrten sie dafür einen nicht zu unterschätzenden Teil des herrschaftlichen Schutz und Schirmes. Ein wesentliches Kennzeichen der Einungen war daher ein von ihnen organisierter Selbstschutz gegen äussere Feinde, der sogenannte «Landfahnen». Nach einer Aufstellung von 1655 zählte der Hauensteiner Landfahnen 2059 wehrfähige Männer. Weiter hatte die Grafschaft bzw. die Einungen eine gewisse Selbstverwaltung aufgebaut, die in den Jahrzehnten der Salpetereraufstände (1726 – 1755) vom Landesherrn stark beschnitten wurde.

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