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Säckingen und St. Blasien

Säckingen und St. Blasien

Eingang zum klassizistischen Dom

Säckingen war zusammen mit Rheinfelden, Laufenburg und Waldshut eine der 4 Waldstädte von Vorderösterreich. Der Ort war lange Zeit eine Inselstadt im Rhein, bevor man 1830 den rechten Rheinarm auffüllte. Beherrschendes Bauwerk der Insel war das Fridolinsmünster, dessen romanischer Kirchenbau mit seinen 60 Metern Länge um 1000 n. Chr. zu einem der grössten Bauwerke der Umgegend gehört haben dürfte. Das Kloster Säckingen verfügte über Rechte und Besitzungen auch bis weit in die Schweiz hinein und betätigte sich als sogenanntes Rodungskloster intensiv am Urbarmachen von dichtem Waldgebiet. Davon erzählen uns noch heute die vielen Ortsnamen im Schwarzwald und im schweizerischen Aargau mit den Endungen «-rüti» oder «-schwand». Ausserdem ging die rege Kunstentfaltung am Hochrhein nicht zuletzt von diesem Kloster aus. Die Habsburger und später ihre getreuen Gefolgsleute, die sie sowohl in den Äbtissinnen des Klosters als auch in den Herren von Schönau fanden, etablierten sich als vermögende Adelige am Hochrhein und beeinflussten das Schicksal von Stadt und Kloster Säckingen.

Das ehemals fürstäbtliche Benediktinerkloster St. Blasien war Jahrhunderte lang Zentrum der ganzen Raumschaft. Im 9. Jahrhundert wurde es durch beherzte Mönche errichtet. Sie waren von ihren «Mönchs- und Schweighöfen» aus tatkräftig an der Rodung des wilden Landes beteiligt und machten das Land dem Ackerbau dienstbar. Mit Unterstützung der ersten Siedler entstanden so zahlreiche Siedlungen und Orte im grossen Klostergebiet sowie im übrigen benachbarten Schwarzwald. In den letzten Jahrhunderten seines Bestehens wurde vor allem das geistige und wissenschaftliche Schaffen durch bedeutende Äbte stark gefördert. Der hervorragendste unter ihnen war der Fürstabt Martin Gerbert (1720 – 1793), der bereits mit 44 Jahren die Abtswürde erlangte. Er war sowohl als Theologe als auch als Gelehrter bedeutend. Er schrieb unter anderem die «Historia Nigrae Silvae» (Geschichte des Schwarzwaldes) und die «Germania sacra».

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