Seitentitel:
Die Erneuerung der Kirche

Die Erneuerung der Kirche

Reiterportrait von Karl

Die im 16. Jahrhundert wachsende Zahl der Kirchenkritiker und die Forderungen der Humanisten nach Frieden und religiöser Toleranz bewegen auch Kaiser Karl V., Reformen zu veranlassen. Karl hört sich aufmerksam Martin Luthers Verteidigungsrede anlässlich des Wormser Reichstages von 1521 an. Er versucht mit Zugeständnissen an die Protestanten, die konfessionellen Gegensätze zu überbrücken und fordert vom Papst wiederholt die Einberufung eines Konzils zur Behebung der allgemein anerkannten kirchlichen Missstände. Nicht dulden kann er jedoch eine fundamentale Infragestellung des durch Jahrhunderte überlieferten Glaubens, der aber unauflöslich mit der Autorität von Kirche und Papst verbunden ist sowie mit der Treueverpflichtung und Huldigung der Untertanen gegenüber ihrem Herrscher und weltlichen Führer der gesamten Christenheit. Karl selbst ordnet sich dieser göttlichen Weltordnung unter und setzt sein Leben und seine Gesundheit in Kriegen zum Schutz seiner Untertanen immer wieder ein.

 

 

Die Strenge, mit der Karl nicht nur den "rechten Glauben", sondern auch seine eigene tiefe Frömmigkeit verteidigt, wirkt heute grösstenteils unverständlich: Sie hat nämlich nicht nur die Ächtung Luthers und seiner Anhänger zur Folge, sondern ebenso auch des Kaisers Billigung der blutigen Verfolgung der Ungläubigen im Zuge der Reconquistà, der Inquisition oder der Missionierung der Neuen Welt.

Beschluss des Augsburger Religionsfriedens
Adrian von Utrecht
Fenster schliessen