Seitentitel:
Habsburg und Frankreich

Habsburg und Frankreich

Sultan Süleyman

Die enorme Machtfülle in den Händen Karls sowie dessen offen ausgesprochener Herrschaftsanspruch, im Sinne der monarchia universalis ein christliches Weltreich aufzubauen und zu führen, stösst bei seinen Zeitgenossen nicht nur auf einhellige Zustimmung. Viele vermuten hinter der religiös motivierten Reichsidee einen Kampf der Habsburger um die Vormachtstellung in Europa im Sinne eines weltlichen imperiums. Wie kein anderer versteht es der französische König Franz I., den Unwillen und das Misstrauen in den Niederlanden, im Reich und in Italien sowie die Machtlust Sultan Süleymans im Osten und im Mittelmeerraum für sich auszunutzen und den "Einkreisungsring" der Habsburger und ihrer Verwandten und Verbündeten rund um Frankreich aufzulockern. Er verwickelt Karl in nicht weniger als vier Kriege, die Karl jahrelang von wichtigen Regierungsgeschäften abhalten. Der Frieden von Crépy im Jahre 1544 besiegelt Karls Siege über Frankreich endgültig. Trotzdem scheidet Karl letztendlich als Verlierer aus dem Kampf aus: während den Kriegen ist die Reformation im Reich unaufhaltsam vorangeschritten, womit die Rechtmässigkeit des Kaiser- und des Papsttums unwiderbringlich in Frage gestellt bleiben wird.

 

 

Wirklich entrüstet zeigt sich der Habsburger jedoch über die Unehrenhaftigkeit von Franz, der bis 1544 alle Friedensverträge bricht und damit die einfachsten Standesregeln des Ritters grob verletzt.

Kristallrelief
Fragment dieser Habsburger Schiffsflagge
Fenster schliessen