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Grenzübertritt in Kehl - Strassburg

Der Hochzeitszug reiste am 6. Mai 1770 von Freiburg nach Schuttern. Dieses Benediktinerkloster war die letzte Nachtstation auf deutschem Boden. Dort traf Fürst Starhemberg mit dem französischen Bevollmächtigten Louis XV., Graf Philipp von Noailles, zusammen. Beide besprachen in allen Einzelheiten die Übergabe der Braut für den folgenden Tag.

Im Niemandsland, auf einer Rheininsel zwischen Kehl und Straßburg, war ein Pavillon errichtet und mit Teppichen und kostbarem Mobiliar ausgestattet worden.

Maria Antonia betrat von Osten kommend den österreichischen Teil des Pavillons. Vor ihrem Hofstaat legte sie ihre gesamte Kleidung ab, so daß sie für einen Moment nackt dastand. Mit französischem Tuch, französischer Spitze, französischen Strümpfen und Schuhen wurde sie neu eingekleidet. Dieser Teil der Zeremonie symbolisierte die Wandlung der Österreicherin zur Französin. Maria Antonia hieß von nun an Marie Antoinette.

Fürst Starhemberg geleitete sie in den zentralen Saal des Pavillons. Dort wartete die französische Abordnung, um an der schriftlichen und praktischen Übergabe teilzunehmen. Während der Fürst die Braut ihrer neuen französischen Oberhofmeisterin zuführte, zog sich der österreichische Hofstaat zurück.

Mit dem Auszug Marie Antoinettes durch das nach Frankreich geöffnete Portal endete der feierliche Akt.

 

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