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Unsere Arbeit

Unsere Arbeit

Die Darstellungen der Glasfenster vermag noch heute unser Herz zu rühren.

Die Arbeit an den mittelalterlichen Glasfenstern bringt eine grosse Verantwortung. Die Wahl des Vorgehens wird von uns gut bedacht und besprochen. Erst nach sorgfältigen Abklärungen legen wir Hand an, sei es um zu reinigen, zu restaurieren oder gar zu verändern.

Wir haben grossen Respekt vor den Glasfenstern, welche seit ihrer Entstehung um 1320 schon viel gelitten haben.

Der Ausbau

In einem ersten Schritt werden die Glasscheiben von ihrem Platz im Chor der Klosterkirche entnommen. Dies ist heute einfach möglich, da die einzelnen Scheiben seit dem Zweiten Weltkrieg in stabilen Rahmen gefasst sind.

Wir steigen auf das hohe Gerüst und holen eine Scheibe um die andere und versorgen sie in unserem Atelier.

Blick vom Kirchenschiff in den Chor mit den Glasfenstern.

Die Bestandesaufnahme

Minutiös werden die einzelnen Gläser erfasst.

Grundlage aller nachfolgenden Arbeiten ist die Bestandesaufnahme jeder einzelnen Scheibe. Zuerst wird eine Zeichnung im Massstab 1 : 1 angefertigt. In dieser werden alle Gläser nummeriert.

Danach folgt die Aufnahme des Zustandes, von blossem Auge oder mit dem Mikroskop wird jedes Teil genau geprüft und der Zustand festgehalten. Mit dieser Prozedur wird die Grundlage der weiteren Arbeit gelegt.

Die Massnahmen

Bleiruten werden zerschnitten und die Gläser daraus befreit.

Nach der Prüfung werden die Ergebnisse der Bestandesaufnahme mit den Fachleuten besprochen und entsprechende Massnahmen formuliert. Wir entscheiden in gemeinsamen Sitzungen über das Vorgehen.
Es werden möglichst keine Eingriffe vorgenommen, die nicht rückgängig gemacht werden können.
Ziel der nachfolgenden Arbeit ist es, den alten Glanz der Fenster zu bewahren.
Die alten Bleiruten sind brüchig und die Scheibe dadurch instabil geworden. Die Bleiruten müssen vollständig ersetzt werden. Dazu wird das ganze Feld auseinandergebaut.

Die Dokumentation

Frau Buchmüller bei der Arbeit an der Dokumentation.

Von grosser Wichtigkeit ist die Dokumentation. In ihr halten wir den ursprünglichen Zustand fest, notieren die Massnahmen und Arbeitsschritte sowie alle Erfahrungen unserer Arbeit. Nur so ist es später möglich, unsere Arbeit zu verstehen.

Die Dokumentation besteht auch aus vielen Aufnahmen, welche das Fenster, seine Scheiben und ausgesuchte Gläser zeigen. Die Nachwelt hat damit eine vollständige Übersicht über den Zustand des Zyklus. Die Dokumentation bildet die erste Grundlage für spätere Restaurierungen.

Die Reinigung

In einem ersten Arbeitsschritt werden die einzelnen Gläser und das Bleinetz gereinigt. Dabei wird sehr sorgfältig vorgegangen. Die meisten der alten Gläser weisen mehr oder weniger gravierende Zersetzungserscheinungen auf.

Mit Wattestäbchen und Wasser wird gereinigt.
Kopf der Heiligen Ursula nach halbseitiger Reinigung.

Die Sicherungs- und Konservierungsarbeiten

Wo die Stabilität einer Scheibe gefährdet ist, wo Bleiruten gebrochen oder Gläser gesprungen sind, müssen wir die bestehenden Schäden restaurieren. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren und Werkzeuge zum Einsatz.

Neu-alt
Alt-neu

Retuschieren

Leider hat man früher mit zu breiten Bleiruten gearbeitet, welche die Betrachter stören. Wird durch eine Schadstelle oder eine Reparatur die Lesbarkeit beeinträchtigt, wird diese Stelle retuschiert. Diese Eingriffe beschränken wir auf die Gläser aus dem 19. Jahrhundert.

Damit wird der Blick des Betrachters nicht durch den Schaden abgelenkt.

Teilweise müssen wir auch bei ersetzten Gläsern die Bemalung ergänzen, damit das Bildmotiv als Ganzes wahrgenommen wird.

Hl. Petrus vor dem Retuschieren.
Hl. Petrus nach dem Retuschieren.

Die Montage

Nach getaner Arbeit, das zufriedene Team vor seinem Werk.

Ein grosser Moment ist immer die Montage eines Fensters. Sobald alle Scheiben eines Fensters restauriert sind, werden sie wieder an Ort und Stelle eingesetzt. Damit findet ein bedeutender Arbeitsschritt seinen Abschluss. Die gewonnen Erkenntnisse fliessen in die weitere Arbeit ein.

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